Wir unterstützen DaZ-POLDIs
Im Mai 2025 fällte unser Vorstand folgenden Entscheid.
Wir akzeptieren die problematische Lage an unseren Volksschulen und machen einen pragmatischen Schritt: Der VZL DaZ richtet ein Unterstützungsformat ein für sogenannte DaZ-POLDIs.
Was wir anbieten für DaZ-POLDIs
Regelmässig stattfindende, forumsartige Austauschtreffen. In der Art wie unsere DaZ-Cafés. Entweder persönliche Treffen oder online. Begleitung durch Katia Senn, Vorstandsmitglied VZL DaZ.
Die Termine werden in der Rubrik «Termine» ausgeschrieben. Die Kommunikation geht über E-Mail direkt an die Teilnehmenden der POLDI-Gruppe.
Unterrichten ohne Diplom – was steckt dahinter?
Um eine Anstellung als Lehrpersonen zu erhalten, ist es zwingend, eine entsprechende pädagogische Ausbildung abzuschliessen, welche per Lehrdiplom belegt wird. In den jüngsten Jahren sind wir jedoch in der Situation, dass nicht genügend Lehrpersonen da sind, um der gestiegenen Anzahl Schülerinnen und Schüler zu begegnen. Auch DaZ-Lehrpersonen gibt es deutlich zu wenige.
Das Dilemma
Das Volksschulamt (VSA), sonst immer strikt korrekt in der Regelanwendung, ist in der Zwickmühle. Was tun? Nicht mal das Programm für den verkürzten Zugang von Quereinsteigern reicht aus. In der Not, das Wort ist absolut zutreffend, entscheidet sich das VSA für die zeitlich begrenzte Anstellung von arbeitswilligen Personen ohne Lehrdiplom. Mittlerweile hat sich das Wort «POLDI» etabliert für diese motivierten Willigen. Wir hoffen, es erhält keine negative Konnotation. Auch für den DaZ-Unterricht erhalten die Gemeinden den Segen des VSA für die Anstellung von POLDIs. Obwohl für das Fach DaZ eine Zusatzqualifikation erforderlich wäre.
Das Ein-Jahr-Problem
Um noch halbwegs eine Linie von Korrektheit zeigen zu können, begrenzt das VSA die Anstellungen auf ein Schuljahr. Es sei denn, man beginnt die Ausbildung zur Lehrperson. Diese dauert vier Jahre (Teilzeit). Und für DaZ müsste man danach noch das DaZ-CAS machen.
Viele POLDIs sind lebenserfahrene, nicht mehr ganz junge Menschen, meist Frauen, die in ihrer aktuellen Lebensphase gerne einen wertvollen Beitrag zu unserem Bildungs- und Gemeinwesen geben möchten. Eine mehrjährige, anstrengende und entbehrungsreiche Ausbildung hingegen liegt nicht drin. Das Resultat: Sie müssen ihre Klasse nach einem Jahr wieder verlassen. Ironischerweise können sie danach in einer anderen Gemeinde wieder eine Anstellung für ein Jahr erhalten. Dieses disruptive Prinzip ist im DaZ-Unterricht besonders schädlich für die Lernenden, weil hier die Beziehungsebene von absolut zentraler Bedeutung ist. Und den POLDIs bricht's das Herz.