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Standpunkt

Rolle der Freizeitgestaltung beim Spracherwerb

29.10.2021

Welche Rolle spielt die Freizeit beim Erwerb der Zweitsprache? Neben der Politik sind wir Lehrpersonen gefragt, um bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen.

Unumstritten ist die Tatsache, dass eine Zweitsprache in der Regel in der ausserfamilialen Umgebung im gesteuerten Setting erworben wird. Anerkannt ist aber auch die Tatsache, dass entscheidende Faktoren zur Unterstützung des Spracherwerbs und im Hinblick auf eine anzustrebende Bildungsgerechtigkeit sowohl der natürlich soziale als auch der häusliche Kontext sind.

Wie oft die Lernenden in der Freizeit mit einer Sprache in Kontakt sind, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Zweitspracherwerb und die schulische Laufbahn. Hier ist also ein wichtiger Hebel, um weitere Schritte in Richtung Bildungsgerechtigkeit in Angriff zu nehmen.

In der Politik tut sich momentan einiges im Bereich der frühen Förderung, bei welcher die sprachliche Förderung ebenfalls im Fokus steht. Zum Beispiel beim Projekt „Gut vorbereitet in den Kindergarten“. Je früher die Förderung, desto besser – so viel ist klar. Und da steht die Politik in der Verantwortung. Die bestehenden Angebote müssen besser zugänglich gemacht werden und weitere Angebote sollen geschaffen werden.

Doch auch die Schulen können einiges herausholen: Es lohnt sich, wenn die Schulen den Austausch zwischen den Eltern anregen, wie sie ihre Kinder sprachlich fördern können und ihnen wichtige Informationen über verschiedene sprachfördernde Angebote zukommen lassen. Zum Beispiel Infos zur Pfadi, zu den Bibliotheken in der Nähe, zu Ferienlagern, zum HSK-Unterricht, zu den lokalen Sportvereinen und zu guten digitalen Lernprogrammen, mit welchen die Lernenden selbstständig üben können. Eine tolle Sache ist es auch, wenn sich Vereine von Zeit zu Zeit bei einem Schulanlass vorstellen können und die Eltern und Kinder so mit ihnen in Kontakt kommen und Fragen stellen können.

Mit der Organisation eines Elternabends für alle Schüler*innen mit einer anderen Erstsprache als Deutsch könnten diese Eltern ausführlich über alles, auch über die Organisation des DaZ-Unterrichts, informiert werden. Dass dazu die nötigen Dolmetschenden eingeladen werden, ist eine Selbstverständlichkeit. Wichtig ist es, dass die Eltern wissen, wer für sie in der Schule für Fragen zur sprachlichen Förderung die Ansprechperson ist und dass das Vertrauen zur Klassenlehrperson möglichst schon anfangs Schuljahr aufgebaut wird. Auch in diesen Gesprächssituationen sind interkulturell Dolmetschende eine wertvolle Verständnissicherung. Die Tipps zur sprachlichen Förderung der Kinder in der Freizeit sollten dann mitgegeben werden, wenn das Vertrauen bereits aufgebaut wurde. Merken Erziehungsberechtigte, dass Ihnen auf Augenhöhe begegnet wird und sie ernst genommen werden, erhöhen sich die Chancen, auf eine konstruktive Zusammenarbeit, welche für den Schulerfolg der Kinder mit Deutsch als Zweitsprache äusserst wichtig ist.

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DaZ zu geben ist mehr als einfach Deutschunterricht auf der Basis der Zweitsprachdidaktik. Zu den Kindern eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen, herausspüren, wie es einem Kind tatsächlich geht und achtsam darauf eingehen, indem dieses oder jenes Thema zum Unterrichtsthema wird - das ist die besondere Aufgabe von uns.